Börsengehandelte Anleihen (ETNs)

Die Popularität von börsengehandelten Fonds hat in jüngster Zeit zur Einführung eines ganz neuen börsengehandelten Anlageprodukts geführt: dem ETN.

Die Popularität von börsengehandelten Fonds hat in jüngster Zeit zur Einführung eines ganz neuen börsengehandelten Anlageprodukts geführt: dem ETN.


1. Was ist ein ETN?

ETNs sind keine Investmentfonds, sondern Schuldverschreibungen, die von einer Bank ausgegeben werden. Wie ETFs werden sie an einer Börse gekauft und verkauft. Aber anstatt einen Korb physischer Vermögenswerte wie Aktien oder Anleihen zu halten, ist ein ETN einfach eine Note, die verspricht, den Anlegern eine Rendite auf der Grundlage der Performance eines bestimmten Index oder einer anderen Benchmark zu zahlen.

2. Der ETN-Vorteil

Die Verwendung von ETNs hat vier wesentliche Vorteile:

Steuereffizienz: Da ETNs keine Zins- oder Dividendenausschüttungen vornehmen, können Anleger die Steuerzahlung auf Gewinne verschieben, bis sie die Schuldverschreibung verkaufen.

Keine Tracking-Fehler: Die Nachverfolgung eines Index ist nicht so einfach, wie es klingt, und die meisten ETFs bleiben hinter ihren Benchmarks zurück. Die Emittenten von börsengehandelten Anleihen sind jedoch verpflichtet, die Gesamtrendite ihrer Indizes abzüglich nur ihrer Gebühr zu liefern, die den Anlegern im Voraus bekannt ist.

Liquidität: Da ETNs an Börsen gekauft und verkauft werden, sind sie viel liquider als andere strukturierte Anlagen. Investoren können auch die Performance ihres ETN leicht verfolgen.

Zugang zu spezialisierten Märkten und Strategien: ETNs ermöglichen Kleinanlegern den Zugang zu schwer zugänglichen Marktsegmenten wie beispielsweise Rohstoffen. Viele nutzen auch Hebelwirkung, um das Engagement gegenüber ihren zugrunde liegenden Indizes zu erhöhen.

3. ETN-Risiken

ETNs unterliegen dem so genannten Gegenparteirisiko – es besteht die Möglichkeit, dass die Bank, die die Note ausgibt, die Schuld nicht begleicht. “Es klingt unwahrscheinlich, aber vergessen wir nicht, dass Lehman Brothers vor seinem Zusammenbruch ETNs in Europa ausgegeben hatte”, sagt Richard Ferri, Autor des ETF-Buchs. Eine weitere Überlegung sind die relativ hohen Kosten – oft nahe 1%.

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